Instabile Finanzmärkte, gewissenlose Banker, durchgeknallte Börsianer, ratlose Experten – was passiert da gerade mit unserem Geld? Wer blickt da noch durch? Alles scheint ins Trudeln zu geraten. Auf was kann man sich noch verlassen?
Gelebte Werte, eine übersichtliche Welt, vertrauensvolle Beziehungen, das wäre mal eine Alternative. Stabilität in einer sich schnell drehenden Welt.
Geld regiert die Welt. Aber warum gleich immer die ganze Welt? Wir leben vorwiegend in einer überschaubaren Region. Hier arbeiten wir. Hier haben wir unsere Familien, unsere Freunde. Sich vertrauen, aufeinander verlassen, sich gegenseitig helfen gegen das Böse in der Welt. Das stabilisiert, das macht Leben lebenswert.
Sind wir wirklich hilflos unsichtbaren Mächten ausgeliefert? Nein! Jeder kann etwas tun. Jeder an seinem Platz mit seinen Fähigkeiten, mit seiner Kreativität. Solidarität ist gefordert. Lösungen müssen von mutigen Menschen erdacht und von noch mehr mutigen Menschen realisiert werden.
Könnte eine Regionalwährung ein Teil der Lösung sein? Mit welcher Wirkung?
Regiogeld hält die Kaufkraft der Bevölkerung in einer Region. Beispiele sind der „Chiemgauer“ und der „Elbtaler“.
Getauscht wird 1 : 1, ergänzend zum Euro. Unternehmen und Konsumenten bilden Netzwerke und stärken durch die regionale Gültigkeit des zusätzlichen Zahlungsmittels die regionalen Wirtschaftskreisläufe.
Geld muss fließen, damit alle einen Nutzen davon haben. Wenn Geld gehortet oder verspekuliert wird, entsteht soziales Ungleichgewicht. Regiogeld ist in seiner Gültigkeit zeitlich begrenzt, damit genau das nicht geschieht.
Unternehmen profitieren vom Regiogeld, weil die Umschlaggeschwindigkeit ihrer Waren und Dienstleistungen sich erhöht. Das Regiogeld ist auch ein gutes Instrument fürs Marketing. Jeder der Regiogeld akzeptiert schafft gleichzeitig Kundenbindung, kann auf den Geldscheinen seine Werbung platzieren und spart Geld durch gemeinsamen Auftritt.
Unternehmen zeigen Flagge, weil sie Verbundenheit mit ihrer Region signalisieren. Immer mehr Kunden schätzen das und honorieren positives Image durch Kundentreue und Weiterempfehlung. Das schafft einen Wettbewerbsvorteil vor denen, die Regiogeld ablehnen.
Wirtschaft setzt sich aus Menschen zusammen. Wenn es der Wirtschaft gut geht und das erwirtschaftete Geld vorwiegend in der Region in Umlauf gebracht wird, kann sich eine strukturschwache Region zu einer strukturstarken Region entwickeln. Neue Märkte können entstehen, die Neugründungen zur Folge haben und Investoren „von außen“ anziehen.
Globalisierung ist gut, solange vor Ort nicht alles den Bach runter geht. Mit Regiogeld regionale Märkte stärken als Ausweg aus der Globalisierungsfalle? Ein Versuch ist es wert.
Vielleicht sagt eines Tages eine freundliche Verkäuferin in einer Bäckerei in Heide: „Das macht 3 Dithmarscher bitte.“ Die Leitungen der Agentur für Arbeit und des Jobcenters freuen sich über die sinkenden Arbeitslosenzahlen und die Kommunen freuen sich über steigende Gewerbesteuer. Ein Märchen? Nein! Wir haben es alle in der Hand.



